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Digitalisierung

Auf einen Blick: Digitalisierung bezeichnet die Umwandlung analoger Informationen und Prozesse in digitale Formate sowie die Einführung digitaler Technologien im Unternehmen. Sie ist der erste Schritt und das Fundament für die weitergehende Digitale Transformation von Geschäftsmodellen und Wertschöpfung.

Definition: Was bedeutet Digitalisierung?

Digitalisierung hat zwei Bedeutungsebenen: Im engeren Sinne bezeichnet sie die Umwandlung analoger Daten in digitale Formate – etwa das Scannen von Dokumenten oder die Einführung elektronischer Rechnungen. Im weiteren Sinne meint Digitalisierung den umfassenden Einsatz digitaler Technologien zur Optimierung von Geschäftsprozessen, Produkten und Kundeninteraktionen.

Digitalisierung unterscheidet sich von der Digitalen Transformation: Während Digitalisierung bestehende Prozesse digital abbildet, verändert Digitale Transformation die Wertschöpfungslogik grundlegend und schafft neue Geschäftsmodelle.

In der Praxis ist Digitalisierung oft der notwendige erste Schritt: Ohne digitale Daten, vernetzte Systeme und automatisierte Prozesse fehlt die Basis für tiefgreifendere Transformation.

Die 3 Ebenen der Digitalisierung

Ebene 1: Digitalisierung von Informationen

Die Grundlage: Analoge Informationen werden in digitale Formate überführt. Papierakte wird zu Datenbank, Faxgerät zu E-Mail, Karteikasten zu CRM-System. Diese Ebene schafft die Datenbasis für alles Weitere.

Ebene 2: Digitalisierung von Prozessen

Bestehende Geschäftsprozesse werden durch digitale Workflows optimiert und teilweise automatisiert. Beispiele: digitale Auftragsabwicklung, automatisierte Rechnungsstellung, digitales Projektmanagement. Hier entstehen Effizienzgewinne und Qualitätsverbesserungen.

Ebene 3: Digitalisierung von Geschäftsmodellen

Auf dieser Ebene geht Digitalisierung in Digitale Transformation über: Digitale Geschäftsmodelle entstehen, bestehende Erlösmodelle werden digital erweitert, und die gesamte Wertschöpfungskette wird neu gedacht.

Digitalisierung in Unternehmensbereichen

  • Vertrieb & Marketing: CRM-Systeme, digitales Marketing, Social Media, Marketing-Automation, Content-Strategie
  • Kundenservice: Self-Service-Portale, Chatbots, digitale Customer Journey, Omnichannel-Support
  • Produktion: Industrie 4.0, IoT-Sensoren, vorausschauende Wartung, digitale Zwillinge
  • Finanzen & Controlling: Digitale Buchhaltung, Echtzeit-Reporting, automatisierte Rechnungsverarbeitung
  • HR & Personal: Digitales Recruiting, E-Learning, Remote-Work-Infrastruktur
  • Geschäftsführung: Datenbasierte Entscheidungsfindung, digitale Dashboards, KI-gestützte Analysen

Digitalisierung im Mittelstand: Status und Potenziale

Die Digitalisierung von KMU im DACH-Raum hat in den letzten Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen, es bestehen aber weiterhin große Unterschiede:

  • Fortgeschritten: Basis-Digitalisierung (E-Mail, Buchhaltungssoftware, Website) ist bei den meisten KMU angekommen
  • Ausbaufähig: Prozessdigitalisierung (CRM, ERP, automatisierte Workflows) ist bei vielen KMU noch lückenhaft
  • Großes Potenzial: Digitale Geschäftsmodelle, KI-Nutzung und datenbasierte Services sind für die Mehrheit noch Neuland

Die größten Hebel für KMU:

  • Kundeninteraktion digitalisieren: Online-Terminbuchung, digitale Angebotserstellung, Self-Service-Portale
  • Vertriebsprozesse automatisieren: CRM-System, Lead-Scoring, digitales Follow-up
  • Wissen digitalisieren: Wissensdatenbanken, digitale Prozessdokumentation, E-Learning
  • KI nutzen: Generative KI für Content, Analyse und Automatisierung – auch für kleine Teams mit großem Effekt

Wichtige Technologien und Tools

  • Cloud-Lösungen: Microsoft 365, Google Workspace, branchenspezifische Cloud-ERP-Systeme
  • CRM-Systeme: HubSpot, Salesforce, Pipedrive – zentrale Kundenmanagement-Plattform
  • Projekt- und Aufgabenmanagement: Asana, Monday.com, Notion – digitale Zusammenarbeit
  • Automatisierung: Zapier, Make (ehemals Integromat), Microsoft Power Automate – Prozesse verknüpfen
  • Generative KI: ChatGPT, Claude, Copilot – Produktivitätssteigerung in allen Bereichen
  • No-Code/Low-Code: Individuelle digitale Lösungen ohne Programmierkenntnisse

So starten Sie die Digitalisierung

  1. Reifegrad bestimmen: Wo steht Ihr Unternehmen heute? Welche Prozesse sind bereits digital, welche nicht?
  2. Schmerzpunkte identifizieren: Wo verlieren Sie Zeit, Geld oder Kunden durch analoge Prozesse?
  3. Prioritäten setzen: Fokussieren Sie auf 2-3 Bereiche mit dem höchsten ROI
  4. Quick Wins umsetzen: Starten Sie mit schnell sichtbaren Verbesserungen (z. B. CRM einführen, Terminbuchung digitalisieren)
  5. Team mitnehmen: Schulungen und Change Management sichern die Akzeptanz
  6. Datenqualität sichern: Digitalisierung ist nur so gut wie die Daten – investieren Sie in saubere Datenstrukturen
  7. Weiterdenken: Sobald die Basis steht, prüfen Sie Potenziale für digitale Geschäftsmodelle

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Häufig gestellte Fragen

Was ist Digitalisierung einfach erklärt?

Digitalisierung bedeutet, analoge Prozesse und Informationen in digitale Formate zu überführen und digitale Technologien zur Optimierung von Geschäftsabläufen einzusetzen. Im einfachsten Fall: Statt Papier nutzen Sie Software, statt manuelle Abläufe nutzen Sie automatisierte Workflows.

Was ist der Unterschied zwischen Digitalisierung und Digitaler Transformation?

Digitalisierung optimiert bestehende Prozesse mit digitalen Mitteln – der Prozess bleibt im Kern gleich. Digitale Transformation verändert die Wertschöpfung grundlegend und schafft neue Geschäftsmodelle. Digitalisierung ist oft der erste Schritt, Digitale Transformation das strategische Ziel.

Wo sollten KMU mit der Digitalisierung beginnen?

Starten Sie mit den größten Schmerzpunkten: Wo verlieren Sie am meisten Zeit oder Kunden durch analoge Prozesse? Typische Quick Wins: CRM-System einführen, Online-Terminbuchung, digitale Rechnungsstellung, Cloud-basierte Zusammenarbeit. Wichtig: Klein starten, schnell lernen, dann skalieren.

Welche Förderprogramme gibt es für Digitalisierung?

Im DACH-Raum gibt es zahlreiche Förderprogramme: In Deutschland z. B. „Digital Jetzt“, go-digital und BAFA-Beratungsförderung. In Österreich die FFG-Programme und KMU.DIGITAL. In der Schweiz Innosuisse. Diese Programme übernehmen oft 30-80 % der Kosten für Beratung und Technologie-Investitionen.

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