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Innovationsstrategie

Auf einen Blick: Die Innovationsstrategie legt fest, in welchen Feldern ein Unternehmen innoviert, wie offensiv es vorgeht und welche Ressourcen investiert werden. Sie verbindet Unternehmensstrategie mit Innovationsmanagement und stellt sicher, dass Innovationsaktivitäten gezielt auf Wachstum und Wettbewerbsvorteile einzahlen.

Definition: Was ist eine Innovationsstrategie?

Eine Innovationsstrategie ist ein strukturierter Plan, der festlegt, wie ein Unternehmen durch Innovation Wettbewerbsvorteile erzielen will. Sie beantwortet drei zentrale Fragen: Wo innovieren wir (Suchfelder und Innovationsfelder)? Wie innovieren wir (Methoden, Partnerschaften, Investitionen)? Warum innovieren wir (strategische Ziele und erwarteter Impact)?

Die Innovationsstrategie ist das Bindeglied zwischen der übergeordneten Unternehmensstrategie und dem operativen Innovationsmanagement. Ohne sie fehlt die Richtung: Unternehmen verzetteln sich in zu vielen Projekten, investieren in die falschen Themen oder innovieren am Markt vorbei.

Eine gute Innovationsstrategie ist kein starrer Plan, sondern ein dynamischer Rahmen, der regelmäßig überprüft und an neue Erkenntnisse angepasst wird – idealerweise auf Basis von OKR-Zyklen.

Typen von Innovationsstrategien

Unternehmen können verschiedene strategische Grundhaltungen zur Innovation einnehmen:

  • Offensiv (First Mover): Das Unternehmen strebt danach, als Erster am Markt zu sein. Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung, hohes Risiko, aber auch hohes Renditepotenzial
  • Defensiv (Fast Follower): Beobachten, was funktioniert, und dann schnell nachziehen – mit besserer Umsetzung oder günstigerem Preis
  • Inkrementell: Kontinuierliche, schrittweise Verbesserung bestehender Produkte und Prozesse
  • Disruptiv: Gezieltes Angreifen etablierter Märkte mit radikal neuen Ansätzen (→ Disruptive Innovation)
  • Explorativ: Systematisches Erkunden neuer Geschäftsfelder und Geschäftsmodell-Muster jenseits des Kerngeschäfts

In der Praxis kombinieren viele Unternehmen mehrere Ansätze: Inkrementelle Innovation im Kerngeschäft und explorative Innovation für neue Wachstumsfelder – das Konzept der „Ambidextrie“ (Beidhändigkeit).

Die 5 Kernelemente einer Innovationsstrategie

1. Innovationsfelder und Suchräume

Definition der Bereiche, in denen das Unternehmen aktiv nach Innovationsmöglichkeiten sucht. Diese leiten sich aus der Unternehmensstrategie, Markttrends und Kundenbedürfnissen ab.

2. Innovationsambition und Portfolio-Mix

Wie verteilt sich das Innovationsbudget? Die gängige Faustregel (70-20-10): 70 % für Kern-Innovation (bestehende Produkte verbessern), 20 % für Adjacent-Innovation (neue Märkte oder Technologien), 10 % für transformative Innovation (völlig neue Geschäftsmodelle).

3. Methoden und Prozesse

Welche Innovationsmethoden werden eingesetzt? Design Thinking, Lean Startup, Open Innovation? Wie ist der Innovationsprozess strukturiert?

4. Ressourcen und Organisation

Wie viel Budget und Personal wird für Innovation bereitgestellt? Wie ist Innovation organisatorisch verankert – zentral, dezentral oder als Lab?

5. KPIs und Steuerung

Wie wird der Erfolg der Innovationsstrategie gemessen? Typische KPIs: Umsatzanteil neuer Produkte, Innovation Pipeline Value, Time-to-Market, Anzahl validierter Geschäftsideen.

Innovationsstrategie entwickeln: Schritt für Schritt

  1. Strategischen Kontext klären: Welche Unternehmensziele soll Innovation unterstützen? Welche Megatrends und Marktveränderungen sind relevant?
  2. Status quo analysieren: Wo steht Ihre Innovationsfähigkeit heute? Nutzen Sie eine SWOT-Analyse und bewerten Sie Ihren digitalen Reifegrad
  3. Innovationsfelder definieren: Identifizieren Sie 3-5 strategische Innovationsfelder auf Basis von Marktchancen, Technologietrends und Kernkompetenzen
  4. Portfolio-Mix festlegen: Entscheiden Sie über die Balance zwischen Kern-, Adjacent- und Transformations-Innovation
  5. Methoden und Prozesse wählen: Etablieren Sie passende Innovationsmethoden und einen klaren Innovationsprozess
  6. Ressourcen allokieren: Sichern Sie Budget, Zeit und Kompetenzen für Innovationsaktivitäten
  7. KPIs definieren: Machen Sie Innovation messbar und steuern Sie über OKR-Zyklen

Innovationsstrategie für KMU

Für kleine und mittlere Unternehmen gelten besondere Prinzipien:

  • Fokus statt Breite: KMU können nicht in allen Feldern gleichzeitig innovieren. Konzentrieren Sie sich auf 2-3 Innovationsfelder, in denen Sie echte Stärken haben
  • Kundennähe als Wettbewerbsvorteil: Der direkte Kundenkontakt ist Ihre stärkste Innovationsquelle – nutzen Sie Jobs-to-be-Done-Interviews und Customer Journey Mapping
  • Lean und agil: Setzen Sie auf schnelle Experimente statt langer Planungsphasen. Lean Startup und Rapid Prototyping passen ideal zur KMU-Realität
  • Ökosystem nutzen: Kooperieren Sie mit Hochschulen, Startups und Branchennetzwerken (Open Innovation)
  • Geschäftsführung als Innovationstreiber: In KMU braucht Innovation ein klares Commitment von oben

Typische Fehler vermeiden

  • Innovation ohne Strategie: Zufällige Projekte statt gezielter Suchfelder führen zu Ressourcenverschwendung
  • Zu viele Innovationsfelder: Fokussierung schlägt Breite – lieber wenige Felder exzellent bedienen
  • Nur inkrementelle Innovation: Wer nur bestehende Produkte verbessert, verpasst disruptive Chancen
  • Strategie ohne Umsetzung: Die beste Strategie ist wertlos ohne Ressourcen, Prozesse und Kultur
  • Kein Lernprozess: Innovationsstrategie muss regelmäßig überprüft und angepasst werden

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Innovationsstrategie und Innovationsmanagement?

Die Innovationsstrategie definiert das „Was“ und „Warum“ – in welchen Feldern innoviert wird und welche Ziele verfolgt werden. Innovationsmanagement kümmert sich um das „Wie“ – die operative Umsetzung durch Prozesse, Methoden, Organisation und Steuerung. Die Strategie gibt die Richtung vor, das Management setzt sie um.

Wie oft sollte eine Innovationsstrategie überprüft werden?

Die strategische Ausrichtung sollte mindestens jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Operative Innovationsziele und KPIs sollten quartalsweise reviewt werden – idealerweise im Rahmen von OKR-Zyklen. Bei gravierenden Marktveränderungen oder Krisen ist eine sofortige Überprüfung angezeigt.

Brauchen auch kleine Unternehmen eine Innovationsstrategie?

Ja – gerade kleine Unternehmen profitieren davon, da sie begrenzte Ressourcen gezielt einsetzen müssen. Eine KMU-Innovationsstrategie muss nicht 50 Seiten umfassen: Oft reicht ein klarer Rahmen auf 2-3 Seiten mit definierten Innovationsfeldern, Methoden und Zielen.

Was kostet die Entwicklung einer Innovationsstrategie?

Die Kosten variieren je nach Unternehmengröße und Komplexität. Für KMU liegt der Aufwand typischerweise bei 2-4 moderierten Workshop-Tagen plus Vor- und Nachbereitung. Mit externer Innovationsberatung sind 5.000-15.000 Euro realistisch – oft teilweise durch Förderprogramme gedeckt.

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