Datengetriebene Geschäftsmodelle
Definition
Datengetriebene Geschäftsmodelle nutzen Daten als zentralen Rohstoff für die Wertschöpfung. Daten werden nicht nur intern analysiert, sondern werden selbst zum Produkt oder ermöglichen völlig neue Services und Erlösquellen.
Daten als das neue Öl?
Der Vergleich hinkt: Öl wird beim Verbrauch weniger, Daten können unendlich oft genutzt werden. Aber die Analogie zeigt: Daten sind ein strategischer Rohstoff des 21. Jahrhunderts.
Typen datengetriebener Geschäftsmodelle
1. Daten als Produkt
Direkter Verkauf von Daten oder Datenzugang.
Beispiele: Marktforschung, Wetterdaten, Finanzdaten (Bloomberg)
2. Daten für Werbung
Nutzerdaten ermöglichen zielgerichtete Werbung.
Beispiele: Google, Facebook, kostenlose Apps mit Werbefinanzierung
3. Daten für Personalisierung
Bessere Nutzererfahrung durch datenbasierte Empfehlungen.
Beispiele: Netflix, Spotify, Amazon Produktempfehlungen
4. Daten für Optimierung
Interne Prozesse verbessern und als Service anbieten.
Beispiele: Predictive Maintenance, Supply Chain Optimierung
5. Daten für neue Services
Aufbau völlig neuer Angebote auf Datenbasis.
Beispiele: Versicherungen mit Telematik, Pay-per-Use-Modelle
Daten monetarisieren: Die Optionen
Direkt: Daten verkaufen oder lizenzieren
Indirekt: Daten nutzen, um bessere Produkte/Services anzubieten
Werbefinanziert: Kostenloser Service, Erlös durch Werbung
Premium/Freemium: Basis kostenlos, erweiterte Insights kostenpflichtig
Erfolgsfaktoren
– Datenqualität: Garbage in, garbage out
– Datenquantität: Oft braucht man kritische Masse
– Unique Data: Daten, die andere nicht haben
– Datenschutz: DSGVO-Konformität, Vertrauen der Nutzer
– Analysefähigkeit: Skills und Tools zur Datenauswertung
Häufige Fragen
Kann jedes Unternehmen ein datengetriebenes Modell aufbauen?
Nicht jedes, aber fast jedes kann Daten besser nutzen. Die Frage ist: Welche einzigartigen Daten haben wir, die wertvoll sind?
Wie gehe ich mit Datenschutz um?
DSGVO als Chance sehen: Unternehmen, die transparent und verantwortungsvoll mit Daten umgehen, bauen Vertrauen auf.
Brauche ich Data Scientists?
Für fortgeschrittene Modelle ja. Für den Einstieg reichen oft gute BI-Tools und analytisch denkende Mitarbeiter.
Was sind typische Fehler?
Daten sammeln ohne klares Ziel, Datenschutz vernachlässigen, zu viel auf Technologie fokussieren statt auf Kundennutzen.
