Digitale Geschäftsmodelle
Definition
Digitale Geschäftsmodelle basieren primär auf digitalen Technologien zur Wertschöpfung und Monetarisierung. Im Gegensatz zu digitalisierten traditionellen Modellen sind sie von Grund auf digital konzipiert und nutzen die Eigenschaften digitaler Güter wie Skalierbarkeit, Vernetzung und Datennutzung.
Warum digitale Geschäftsmodelle dominieren
7 der 10 wertvollsten Unternehmen weltweit basieren auf digitalen Geschäftsmodellen (Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta…). Digitale Modelle ermöglichen exponentielles Wachstum, globale Reichweite und oft höhere Margen als traditionelle Modelle.
Bei Point of New unterstützen wir Unternehmen dabei, digitale Elemente in bestehende Geschäftsmodelle zu integrieren oder komplett neue digitale Modelle zu entwickeln.
Die wichtigsten Typen digitaler Geschäftsmodelle
1. Plattform-Modelle
Vermittlung zwischen zwei oder mehr Nutzergruppen, Wertschöpfung durch Netzwerkeffekte.
Beispiele: Airbnb, Uber, Amazon Marketplace, Booking.com
Erlös: Provisionen, Listing-Gebühren, Premium-Platzierungen
2. Software-as-a-Service (SaaS)
Software wird nicht verkauft, sondern als Abo-Service bereitgestellt.
Beispiele: Salesforce, Slack, Adobe Creative Cloud, Microsoft 365
Erlös: Monatliche/jährliche Subscriptions, gestaffelt nach Funktionsumfang
3. Freemium
Basisversion kostenlos, erweiterte Funktionen kostenpflichtig.
Beispiele: Spotify, LinkedIn, Dropbox, Evernote
Erlös: Premium-Upgrades, typische Conversion Rate 2-5%
4. E-Commerce
Direktverkauf von Produkten oder Services über digitale Kanäle.
Beispiele: Zalando, About You, Direct-to-Consumer Brands
Erlös: Produktverkäufe, oft kombiniert mit Abo-Modellen
5. Datenbasierte Modelle
Monetarisierung von Daten durch Verkauf, Werbung oder Insights.
Beispiele: Google, Facebook, Credit Bureaus
Erlös: Werbung, Datenverkauf, Analytics-Services
6. On-Demand / Sharing Economy
Temporärer Zugang statt Besitz, flexible Nutzung von Assets.
Beispiele: Netflix, Spotify, Car-Sharing, Coworking
Erlös: Nutzungsgebühren, Abos, Pay-per-Use
Erfolgsfaktoren digitaler Geschäftsmodelle
– Netzwerkeffekte: Je mehr Nutzer, desto wertvoller wird das Angebot
– Skalierbarkeit: Grenzkosten nahe null bei digitalem Wachstum
– Lock-in: Wechselkosten halten Kunden im Ökosystem
– Datennutzung: Kontinuierliche Verbesserung durch Nutzerverhalten
– Schnelle Iteration: Agile Entwicklung, MVP-basiertes Vorgehen
Von analog zu digital: Transformationspfade
Hybride Modelle: Physisches Produkt mit digitalem Add-on (z.B. Thermomix + Rezept-Plattform)
Service-Layer: Digitale Services auf bestehenden Produkten (z.B. BMW Connected Drive)
Kompletter Pivot: Vom physischen zum digitalen Modell (z.B. Netflix: DVD-Versand → Streaming)
Häufige Fragen
Kann jedes Unternehmen ein digitales Geschäftsmodell entwickeln?
Nicht jedes Unternehmen wird zu einem rein digitalen Modell wechseln, aber fast jedes kann digitale Elemente integrieren – von datenbasierten Services bis zu digitalen Kundenkanälen.
Was kostet der Aufbau eines digitalen Geschäftsmodells?
Von MVPs für wenige zehntausend Euro bis zu komplexen Plattformen mit Millionen-Investments. Start klein und validiere, bevor du skalierst.
Wie lange dauert es, bis ein digitales Modell profitabel wird?
Stark variabel – SaaS-Modelle erreichen Break-even oft nach 18-36 Monaten, Plattformen können Jahre brauchen, um kritische Masse zu erreichen.
Sind digitale Geschäftsmodelle nachhaltiger?
Potenziell ja durch Dematerialisierung, aber Rechenzentren und Endgeräte haben auch Umweltauswirkungen. Entscheidend ist das Gesamtbild.
