Digitaler Reifegrad (Digital Maturity)
Definition
Der digitale Reifegrad (Digital Maturity) beschreibt, wie weit ein Unternehmen in seiner digitalen Transformation fortgeschritten ist. Er misst nicht nur den Technologieeinsatz, sondern auch digitale Kompetenzen, Prozesse und Kultur.
Warum den digitalen Reifegrad messen?
– Standortbestimmung: Wo stehen wir im Vergleich zu anderen?
– Priorisierung: Welche Bereiche brauchen Aufmerksamkeit?
– Roadmap: Was sind die nächsten Schritte?
– Tracking: Messen wir Fortschritt über Zeit?
Die 5 Reifegradstufen
Stufe 1: Initial/Ad-hoc
Kaum digitale Prozesse, individuelle Lösungen, keine Strategie.
Stufe 2: Emerging
Erste digitale Initiativen, Insellösungen, Bewusstsein wächst.
Stufe 3: Defined
Digitale Strategie existiert, standardisierte Prozesse, zentrale Systeme.
Stufe 4: Managed
Datengetriebene Entscheidungen, integrierte Systeme, digitale Kultur etabliert.
Stufe 5: Optimized/Digital Native
Kontinuierliche Innovation, digitale Geschäftsmodelle, agile Organisation.
Die 6 Dimensionen der Digital Maturity
1. Strategie: Digitale Vision, Ziele, Roadmap
2. Kultur & Organisation: Mindset, Agilität, Entscheidungsprozesse
3. Prozesse: Digitalisierung, Automatisierung, Effizienz
4. Technologie: Infrastruktur, Systeme, Integration
5. Kompetenzen: Digitale Skills, Weiterbildung, Recruiting
6. Daten: Nutzung, Qualität, Analytics, KI
Digital Maturity Assessment durchführen
Schritt 1: Framework wählen (MIT, Deloitte, eigenes)
Schritt 2: Dimensionen und Kriterien definieren
Schritt 3: Daten sammeln (Befragungen, Interviews, Analyse)
Schritt 4: Ist-Zustand bewerten und visualisieren
Schritt 5: Gaps identifizieren, Maßnahmen ableiten
Bekannte Reifegradmodelle
MIT Sloan Digital Maturity Model: Fokus auf Kultur und Führung
Deloitte Digital Maturity Model: 5 Dimensionen, branchenübergreifend
Industry 4.0 Maturity Index (acatech): Speziell für Produktion
KMU.DIGITAL Assessment: Österreich-spezifisch, gefördert
Häufige Fragen
Wie oft sollte man den digitalen Reifegrad messen?
Mindestens jährlich, bei aktiven Transformationsprogrammen halbjährlich oder quartalsweise für Teilbereiche.
Welcher Reifegrad ist gut genug?
Branchenabhängig. Wichtiger als die absolute Stufe ist der Fortschritt und der Vergleich mit relevanten Wettbewerbern.
Kann man Stufen überspringen?
Teilweise, besonders bei Greenfield-Projekten. Etablierte Unternehmen müssen meist durch alle Stufen.
Was bringt ein externes Assessment?
Objektivität, Benchmarking-Möglichkeit, Best-Practice-Wissen, und oft bessere Akzeptanz intern.
