Innovationsprozess
Definition
Der Innovationsprozess beschreibt die systematische Abfolge von Phasen, die eine Idee durchläuft, um zu einer marktfähigen Innovation zu werden. Er strukturiert den Weg von der ersten Inspiration bis zur erfolgreichen Implementierung.
Warum ein strukturierter Prozess?
Ohne Prozess versanden gute Ideen, werden falsche Projekte verfolgt, oder Innovationen scheitern an mangelnder Umsetzungskompetenz. Ein guter Prozess sorgt für:
– Systematische Ideengenerierung und -bewertung
– Effiziente Ressourcenallokation
– Risikoreduktion durch frühe Validierung
– Schnellere Time-to-Market
Das klassische Stage-Gate-Modell
Das von Robert Cooper entwickelte Modell unterteilt den Prozess in Phasen (Stages), zwischen denen Entscheidungspunkte (Gates) liegen:
Stage 0: Discovery
Ideenfindung, Trendbeobachtung, Kundenforschung.
Gate 0: Idee vielversprechend genug für nähere Betrachtung?
Stage 1: Scoping
Erste Bewertung: Marktpotenzial, technische Machbarkeit, strategischer Fit.
Gate 1: Lohnt sich eine tiefere Analyse?
Stage 2: Business Case
Detaillierte Marktanalyse, Finanzplanung, Ressourcenbedarf.
Gate 2: Projekt freigeben für Entwicklung?
Stage 3: Development
Technische Entwicklung, Prototyping, Tests.
Gate 3: Bereit für Pilotierung?
Stage 4: Testing & Validation
Markttests, Piloten, Kundenvalidierung.
Gate 4: Launch freigeben?
Stage 5: Launch
Markteinführung, Skalierung, kontinuierliche Verbesserung.
Moderne Alternativen
Design Thinking: Stark nutzerorientiert, iterativ, divergent-konvergent
Lean Startup: Build-Measure-Learn Cycles, MVP-fokussiert
Agile Innovation: Sprints, kontinuierliche Iteration, cross-funktionale Teams
Innovationsprozess für KMU
KMU brauchen oft schlankere Prozesse als Konzerne:
1. Idee: Problem und Lösungsansatz definieren
2. Validierung: Schnell mit Kunden testen (Interviews, MVP)
3. Entwicklung: Iterativ entwickeln basierend auf Feedback
4. Launch: Klein starten, lernen, skalieren
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Innovationsprozess?
Von wenigen Wochen (einfache Serviceverbesserung) bis zu Jahren (komplexe Technologieinnovation). Der Trend geht zu kürzeren Zyklen durch agile Methoden.
Wer ist verantwortlich für den Innovationsprozess?
Idealerweise ein dediziertes Innovationsmanagement, das den Prozess steuert. Die Verantwortung für einzelne Projekte liegt bei Projektleitern oder Product Ownern.
Wie viele Ideen braucht man für eine erfolgreiche Innovation?
Daumenregel: Von 100 Ideen werden 10 entwickelt, 2-3 gelauncht, 1 wird erfolgreich. Der Trichter wird schmaler.
Kann der Prozess auch für Geschäftsmodell-Innovation genutzt werden?
Ja, mit Anpassungen. Geschäftsmodell-Innovationen brauchen mehr Iteration und Validierung des gesamten Modells, nicht nur einzelner Produkte.
