OKR (Objectives and Key Results)
Was ist OKR?
OKR (Objectives and Key Results) ist ein Zielsetzungs-Framework, das Unternehmen hilft, ambitionierte Ziele zu setzen und messbar zu verfolgen. Entwickelt bei Intel von Andy Grove und popularisiert durch Google, wird OKR heute von Unternehmen jeder Größe eingesetzt – von Startups bis zu Konzernen.
Das Prinzip ist einfach: Ein Objective beschreibt, was erreicht werden soll – qualitativ und inspirierend. Die Key Results messen, ob das Ziel erreicht wurde – quantitativ und überprüfbar. Diese Kombination aus inspirierender Vision und messbarer Realität macht OKR so wirksam.
Aufbau eines OKR
Das Objective
Ein Objective beantwortet: „Was wollen wir erreichen?“ Eigenschaften guter Objectives:
- Qualitativ: Beschreibt einen gewünschten Zustand, keine Zahl
- Inspirierend: Motiviert das Team, erzeugt Engagement
- Ambitioniert: Herausfordernd, aber erreichbar (Stretch Goals)
- Verständlich: Jeder weiß, was gemeint ist
- Zeitgebunden: Meist auf einen Quartalszyklus bezogen
Die Key Results
Key Results beantworten: „Woran erkennen wir, dass wir das Objective erreicht haben?“ Eigenschaften:
- Quantitativ: Messbare Zahlen, keine Aktivitäten
- Spezifisch: Eindeutig überprüfbar (erreicht oder nicht)
- Ambitioniert: 70% Erreichung gilt oft als Erfolg
- 2-5 pro Objective: Nicht zu viele, nicht zu wenige
Beispiel
Objective: „Unsere Kunden lieben unser Produkt“
Key Results:
- NPS steigt von 32 auf 50
- Churn Rate sinkt von 8% auf 5%
- 50% der Neukunden kommen durch Empfehlungen
Der OKR-Zyklus
Quarterly Planning
Alle 3 Monate werden neue OKRs definiert. Top-down (Unternehmens-OKRs) und Bottom-up (Team-OKRs) werden abgestimmt. Wichtig: OKRs sollten aligned sein, aber nicht einfach kaskadiert.
Weekly Check-ins
Kurze, regelmäßige Updates zum Stand der Key Results. Wo stehen wir? Was blockiert? Welche Anpassungen sind nötig?
Quarterly Scoring & Reflection
Am Quartalsende: Bewertung der OKRs (meist 0.0-1.0 oder Prozent). Reflexion: Was haben wir gelernt? Warum wurden Ziele erreicht oder verfehlt?
OKR vs. KPI
| OKR | KPI |
|---|---|
| Fokus auf Veränderung und Verbesserung | Fokus auf laufende Performance |
| Ambitioniert (70% = gut) | Soll 100% erreicht werden |
| Zeitgebunden (meist quartalsweise) | Kontinuierlich überwacht |
| Wenige, fokussierte Ziele | Viele, umfassende Metriken |
OKRs und KPIs ergänzen sich: KPIs monitoren die laufende Gesundheit, OKRs treiben gezielte Verbesserungen.
Typische Fehler bei OKR
- Zu viele OKRs: Fokus geht verloren. Regel: 3-5 Objectives, je 2-5 Key Results
- Aktivitäten statt Ergebnisse: „Launch Feature X“ ist kein gutes Key Result – „20% mehr Engagement durch Feature X“ schon
- Zu konservative Ziele: OKRs sollten stretchen, nicht das Übliche abbilden
- OKRs als Leistungsbeurteilung: Verhindert ambitionierte Ziele – Menschen spielen auf Sicherheit
- Set and Forget: OKRs brauchen regelmäßige Aufmerksamkeit, nicht nur am Quartalsende
OKR für Teams vs. Individuen
OKRs funktionieren auf verschiedenen Ebenen:
- Company OKRs: Die wichtigsten Unternehmensziele
- Team OKRs: Wie Teams zu den Unternehmenszielen beitragen
- Individuelle OKRs: Optional, manche Unternehmen nutzen sie, andere nicht
Wichtig: Alignment bedeutet nicht Kaskadierung. Teams sollten OKRs haben, die sinnvoll zu Unternehmenszielen beitragen, nicht einfach heruntergebrochene Versionen.
OKR im Mittelstand
Auch KMU profitieren von OKR:
- Fokussierung der begrenzten Ressourcen auf das Wichtigste
- Transparenz über Prioritäten im gesamten Unternehmen
- Struktur für strategische Diskussionen
- Messbarer Fortschritt statt Bauchgefühl
Für kleine Teams kann eine vereinfachte Version genügen: Quarterly Objectives mit messbaren Erfolgskriterien, regelmäßige Check-ins.
Fazit: Fokus durch Klarheit
OKR ist ein kraftvolles Werkzeug, um Klarheit zu schaffen: Was ist jetzt am wichtigsten? Woran messen wir Erfolg? Die Methode zwingt zu Priorisierung und Transparenz. Richtig eingeführt, kann OKR die Ausrichtung und Effektivität von Teams erheblich verbessern.
