Open Innovation
Definition
Open Innovation ist ein von Henry Chesbrough geprägtes Paradigma, bei dem Unternehmen sowohl externe Ideen einbeziehen als auch interne Ideen nach außen geben, um Innovationen zu beschleunigen. Im Gegensatz zur „Closed Innovation“ fließt Wissen über Unternehmensgrenzen hinweg.
Das Prinzip: Nicht alle klugen Köpfe arbeiten bei uns
Selbst die größten F&E-Abteilungen können nicht alle relevanten Innovationen intern entwickeln. Open Innovation nutzt die kollektive Intelligenz von Kunden, Partnern, Startups, Universitäten und sogar Wettbewerbern.
Inbound vs. Outbound Open Innovation
Inbound (Outside-In)
Externe Ideen und Technologien werden ins Unternehmen geholt.
Methoden: Crowdsourcing, Startup-Kooperationen, Lizenzierung, Akquisitionen, Universitätspartnerschaften
Outbound (Inside-Out)
Interne Ideen werden extern verwertet.
Methoden: Lizenzierung von Patenten, Spin-offs, Joint Ventures, Open Source
Coupled (Bidirektional)
Kombination aus beidem in strategischen Partnerschaften.
Beispiel: Innovationsökosysteme, Co-Development
Open Innovation Methoden
Innovation Challenges: Ausschreibung von Problemen an externe Lösungsanbieter (z.B. Innocentive)
Hackathons: Intensive Events, bei denen Teams Lösungen entwickeln
Corporate Venturing: Investition in Startups mit strategischem Fit
Lead User Innovation: Einbindung von Kunden mit extremen Bedürfnissen
Crowdsourcing: Ideensammlung von einer großen Menge an Teilnehmern
Living Labs: Reale Testumgebungen mit Nutzereinbindung
Erfolgsbeispiele
LEGO Ideas: Fans reichen Produktideen ein, erfolgreiche werden produziert.
Procter & Gamble: „Connect + Develop“ – 50% der Innovationen kommen von extern.
Tesla: Hat alle Patente freigegeben, um Elektromobilität zu beschleunigen.
Linux: Open-Source-Betriebssystem, entwickelt von tausenden Freiwilligen.
Vorteile und Risiken
Vorteile
– Zugang zu mehr und diverseren Ideen
– Schnellere Time-to-Market
– Geteilte Entwicklungskosten und -risiken
– Frische Perspektiven von außen
Risiken
– Verlust von Intellectual Property
– Abhängigkeit von externen Partnern
– Koordinationsaufwand
– „Not Invented Here“-Syndrom intern
Häufige Fragen
Wie schütze ich mein geistiges Eigentum bei Open Innovation?
Durch klare Vereinbarungen vorab, selektives Teilen, IP-Klauseln in Verträgen, und strategische Entscheidung, was intern bleibt.
Funktioniert Open Innovation auch für KMU?
Ja, sogar besonders gut. KMU können durch Partnerschaften Ressourcen teilen, die sie allein nicht hätten.
Wie finde ich die richtigen externen Partner?
Universitäten, Startup-Ökosystem, Branchenverbände, Innovation Hubs, oder spezialisierte Plattformen wie Innocentive oder NineSigma.
Was ist der Unterschied zu Outsourcing?
Outsourcing ist die Auslagerung bekannter Aufgaben. Open Innovation sucht nach neuen Ideen und Lösungen, die noch nicht existieren.
