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Scrum

Scrum

Was ist Scrum?

Scrum ist das meistgenutzte agile Framework für Produktentwicklung. Es definiert einen Rahmen aus Rollen, Artefakten und Events, innerhalb dessen Teams selbstorganisiert komplexe Produkte entwickeln. Der Name stammt aus dem Rugby – der Scrum beschreibt dort die enge Zusammenarbeit des Teams.

Scrum wurde für die Softwareentwicklung konzipiert, wird aber mittlerweile in vielen anderen Bereichen eingesetzt – vom Marketing über Hardware-Entwicklung bis zum Management. Das Framework ist bewusst einfach gehalten, aber nicht leicht zu meistern.

Die drei Scrum-Rollen

Product Owner

Verantwortlich für den Wert des Produkts und die Priorisierung. Der Product Owner:

  • Definiert und priorisiert das Product Backlog
  • Vertritt die Kundenperspektive
  • Entscheidet, was entwickelt wird (aber nicht wie)
  • Nimmt Arbeitsergebnisse ab

Scrum Master

Hüter des Scrum-Prozesses und Servant Leader. Der Scrum Master:

  • Coacht das Team in Scrum-Praktiken
  • Beseitigt Hindernisse (Impediments)
  • Schützt das Team vor Störungen
  • Fördert kontinuierliche Verbesserung

Development Team

Das selbstorganisierte Team, das die Arbeit erledigt:

  • Cross-funktional: alle nötigen Skills im Team
  • Selbstorganisiert: entscheidet selbst, wie Arbeit erledigt wird
  • Idealerweise 3-9 Personen
  • Keine Hierarchien innerhalb des Teams

Die drei Scrum-Artefakte

Product Backlog

Die geordnete Liste aller gewünschten Produkteigenschaften. Wird vom Product Owner gepflegt und priorisiert. Ist nie „fertig“ – entwickelt sich mit dem Produkt weiter.

Sprint Backlog

Die für den aktuellen Sprint ausgewählten Backlog-Items plus der Plan zur Umsetzung. Gehört dem Development Team und wird während des Sprints aktualisiert.

Increment

Das Ergebnis eines Sprints: ein potenziell auslieferbares Produktinkrement. Muss der „Definition of Done“ entsprechen – den Qualitätskriterien, die das Team definiert hat.

Die fünf Scrum-Events

Sprint

Der Container für alle anderen Events. Ein Sprint ist ein Zeitraum von 1-4 Wochen (meist 2), in dem ein potenziell auslieferbares Inkrement entsteht. Sprints folgen direkt aufeinander.

Sprint Planning

Das Team plant, was im Sprint erreicht werden soll und wie. Ergebnis: Sprint Goal und Sprint Backlog. Dauer: max. 8 Stunden für 4-Wochen-Sprint.

Daily Scrum

Tägliches 15-Minuten-Meeting zur Synchronisation. Jeder beantwortet: Was habe ich gestern geschafft? Was mache ich heute? Gibt es Hindernisse?

Sprint Review

Am Sprint-Ende: Demonstration des Inkrements an Stakeholder. Feedback sammeln, Backlog ggf. anpassen. Kollaboratives Meeting, keine Präsentation.

Sprint Retrospective

Das Team reflektiert, wie der Sprint lief und identifiziert Verbesserungen. Was lief gut? Was können wir verbessern? Fokus auf Prozess und Zusammenarbeit.

Die Scrum-Werte

Scrum basiert auf fünf Werten:

  • Commitment: Verpflichtung zu gemeinsamen Zielen
  • Focus: Konzentration auf die Sprint-Arbeit
  • Openness: Offenheit über Arbeit und Herausforderungen
  • Respect: Respekt für Teammitglieder als fähige Menschen
  • Courage: Mut, das Richtige zu tun und Probleme anzusprechen

User Stories und Story Points

Obwohl nicht Teil des offiziellen Scrum-Frameworks, nutzen die meisten Teams:

  • User Stories: Anforderungen aus Nutzersicht: „Als [Rolle] möchte ich [Funktion], um [Nutzen].“
  • Story Points: Relative Schätzungen des Aufwands, oft mit Fibonacci-Zahlen (1, 2, 3, 5, 8, 13…)
  • Velocity: Durchschnittliche Story Points pro Sprint – zur Planung künftiger Sprints

Häufige Scrum-Fehler

  • Zombie Scrum: Die Rituale befolgen, ohne den Geist zu leben
  • Keine echte Selbstorganisation: Manager entscheiden weiterhin alles
  • Sprint Goals ignorieren: Listen abarbeiten statt Ziele erreichen
  • Retrospektiven ohne Konsequenzen: Verbesserungen nur diskutieren, nicht umsetzen
  • Product Owner ohne Entscheidungsmacht: Abhängigkeit von externen Freigaben

Scrum im Mittelstand

Scrum eignet sich auch für KMU, erfordert aber Anpassungen:

  • Rollen können bei kleinen Teams kombiniert werden (aber nie PO und Scrum Master)
  • Sprint-Länge an Unternehmensrhythmus anpassen
  • Meetings pragmatisch gestalten, aber nicht skippen
  • Cross-funktionale Teams aufbauen oder Abhängigkeiten managen

Fazit: Ein einfaches, aber forderndes Framework

Scrum ist leicht zu beschreiben, aber schwer zu meistern. Der Wert liegt nicht in den Meetings und Artefakten selbst, sondern in der Transparenz, Inspektion und Adaption, die sie ermöglichen. Wer Scrum ernst nimmt, erhält ein kraftvolles Werkzeug für komplexe Produktentwicklung.

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