Value Proposition
Definition
Die Value Proposition (Wertversprechen) beschreibt den konkreten Nutzen, den ein Produkt oder Service für eine bestimmte Zielgruppe stiftet. Sie beantwortet die fundamentale Frage: „Warum sollte ein Kunde bei uns kaufen und nicht bei der Konkurrenz?“
Warum die Value Proposition entscheidend ist
Eine starke Value Proposition ist das Herzstück jedes erfolgreichen Geschäftsmodells. Sie:
– Differenziert Sie vom Wettbewerb
– Fokussiert Produktentwicklung und Marketing
– Macht Vertriebsgespräche überzeugender
– Rechtfertigt Ihren Preis
Im Business Model Canvas ist die Value Proposition das zentrale Element, das Kundensegmente mit Ihrem Angebot verbindet. Bei Point of New entwickeln wir Wertversprechen, die echte Geschäftsmodell-Innovation ermöglichen.
Die 3 Dimensionen einer Value Proposition
1. Funktionaler Nutzen: Was macht Ihr Produkt? Welche Aufgabe erledigt es für den Kunden?
2. Emotionaler Nutzen: Wie fühlt sich der Kunde dabei? Sicherheit, Status, Freude?
3. Sozialer Nutzen: Wie wirkt der Kunde auf andere? Was signalisiert die Nutzung?
Die stärksten Value Propositions adressieren alle drei Dimensionen. Apple verkauft nicht Computer, sondern Kreativität, Status und Zugehörigkeit zu einer Community.
Das Value Proposition Canvas
Eine Erweiterung des Business Model Canvas hilft, Wertversprechen systematisch zu entwickeln:
Kundenprofil:
– Jobs to be done: Was will der Kunde erreichen?
– Pains: Was frustriert ihn dabei?
– Gains: Was würde ihn begeistern?
Value Map:
– Produkte & Services: Was bieten Sie an?
– Pain Relievers: Wie lindern Sie Frustrationen?
– Gain Creators: Wie schaffen Sie positive Überraschungen?
Beispiele starker Value Propositions
Uber: „Tap a button, get a ride.“ – Einfachheit und Sofortverfügbarkeit als Kernversprechen.
Slack: „Be more productive at work with less effort.“ – Effizienz ohne Komplexität.
Stripe: „Payments infrastructure for the internet.“ – Technische Komplexität wird unsichtbar.
Dollar Shave Club: „A great shave for a few bucks a month.“ – Qualität zu fairem Preis, ohne Aufwand.
So entwickeln Sie Ihre Value Proposition
Schritt 1: Verstehen Sie Ihre Kunden tief. Nutzen Sie Design Thinking Methoden wie Interviews und Beobachtung.
Schritt 2: Identifizieren Sie die wichtigsten Jobs, Pains und Gains mit dem Value Proposition Canvas.
Schritt 3: Entwickeln Sie mehrere Varianten Ihres Wertversprechens.
Schritt 4: Testen Sie mit echten Kunden – ein MVP oder Landing Page reicht oft.
Schritt 5: Messen Sie, ob Sie Product-Market Fit erreichen.
Häufige Fehler bei Value Propositions
– Feature-Listen statt Nutzen: „Wir haben 10 GB Speicher“ statt „Nie wieder Speicherplatz-Sorgen“
– Zu generisch: „Beste Qualität“ sagt jeder – was macht Sie wirklich anders?
– Nicht differenziert: Wenn Wettbewerber das Gleiche sagen können, haben Sie kein echtes Wertversprechen
– Nicht validiert: Annahmen statt echtes Kundenfeedback
Value Proposition im Kontext
Ihre Value Proposition muss zur gesamten Customer Journey passen. Das beste Versprechen nutzt nichts, wenn die Erfahrung nicht hält, was Marketing verspricht.
Startups sollten nach dem Lean Startup Prinzip ihre Value Proposition früh und oft mit echten Kunden testen – bereit zum Pivot, wenn nötig.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Value Proposition und Slogan?
Die Value Proposition ist die strategische Grundlage – der echte Nutzen für den Kunden. Der Slogan ist die kreative Verdichtung für Marketing-Zwecke. Erst Value Proposition, dann Slogan.
Braucht jedes Kundensegment eine eigene Value Proposition?
Ja, wenn die Segmente unterschiedliche Jobs, Pains und Gains haben. Ein B2B-Kunde hat andere Bedürfnisse als ein B2C-Kunde – selbst beim gleichen Produkt.
Wie testen wir unsere Value Proposition?
Durch Landing Pages mit verschiedenen Botschaften, Kundeninterviews, A/B-Tests in Ads, oder Prototypen. Messen Sie Interesse, nicht nur Meinungen.
Wie oft sollte man die Value Proposition überarbeiten?
Bei Startups kontinuierlich bis zum Product-Market Fit. Bei etablierten Unternehmen bei signifikanten Marktveränderungen oder neuen Kundensegmenten.
