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Innovationsförderung

Kurz & knapp: Innovationsförderung umfasst alle öffentlichen Programme, Zuschüsse und steuerlichen Maßnahmen, mit denen Bund, Länder und EU Unternehmen bei Forschungs- und Innovationsvorhaben finanziell und beratend unterstützen. In Österreich steht KMU ein breites Förderspektrum zur Verfügung – von der Forschungsprämie bis zu direkten Projektzuschüssen.

Was ist Innovationsförderung? – Definition und Bedeutung

Innovationsförderung bezeichnet die Gesamtheit aller staatlichen und überstaatlichen Maßnahmen, die darauf abzielen, die Innovationstätigkeit von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Gründer:innen zu unterstützen. Sie ist ein zentrales Instrument der Wirtschafts- und Standortpolitik.

Für österreichische Unternehmen – insbesondere KMU – ist Innovationsförderung ein strategischer Hebel: Sie reduziert das finanzielle Risiko von Innovationsvorhaben, ermöglicht den Zugang zu externem Know-how und beschleunigt die Umsetzung von Innovationsstrategien. Richtig eingesetzt, kann Förderung den Unterschied zwischen einer Idee in der Schublade und einer erfolgreichen Geschäftsmodell-Innovation machen.

Die Förderlandschaft ist breit gefächert und umfasst direkte finanzielle Zuschüsse, steuerliche Anreize, günstige Darlehen, Beratungsförderungen und den Zugang zu Infrastruktur und Netzwerken.

Die österreichische Förderlandschaft im Überblick

Österreich gehört zu den Ländern mit den umfangreichsten Innovationsförderungen in Europa. Die wichtigsten Akteure:

  • FFG (Forschungsförderungsgesellschaft): Zentrale Anlaufstelle für wirtschaftsnahe Forschungs- und Innovationsförderung. Bietet Programme von der Grundlagenforschung bis zur Markteinführung
  • aws (Austria Wirtschaftsservice): Fördert Gründungen, Wachstum und Innovation durch Zuschüsse, Garantien und Eigenkapital. Besonders relevant für Startups und Skalierung
  • Landesförderungen: Jedes Bundesland hat eigene Wirtschaftsförderungsgesellschaften mit regionalen Programmen – z. B. die Wirtschaftsagentur Wien oder die SFG (Steirische Wirtschaftsförderung)
  • EU-Förderungen: Horizon Europe, EFRE-Strukturfonds und weitere Programme bieten zusätzliche Möglichkeiten für internationale Kooperationen
  • Forschungsprämie: Steuerlicher Anreiz, der 14 % der F&E-Aufwendungen als Steuergutschrift gewährt – automatisch, ohne Antragstellung

Wichtige Förderprogramme für KMU-Innovation

Programm Fördergeber Förderung Geeignet für
Basisprogramm FFG Zuschuss + Darlehen F&E-Projekte aller Branchen
Innovationsscheck FFG Bis 12.500 € Zuschuss Erste Forschungskooperationen
aws Innovationsschutz aws Zuschuss für Patentkosten IP-Schutz, Patentanmeldung
KMU.DIGITAL WKO/BMDW Beratungsförderung Digitalisierung, KMU-Digitalisierung
aws Preseed/Seedfinancing aws Bis 800.000 € Zuschuss Deep-Tech-Startups, Venture Building

Die Forschungsprämie: 14 % Steuergutschrift

Die österreichische Forschungsprämie ist eines der attraktivsten steuerlichen F&E-Instrumente in Europa:

  • Höhe: 14 % der anerkannten F&E-Aufwendungen als direkte Steuergutschrift (Negativsteuer möglich)
  • Antragsverfahren: Über FinanzOnline, nach Bestätigung der FFG über die wissenschaftliche Qualität
  • Anrechenbare Kosten: Personalkosten für F&E-Mitarbeiter:innen, Materialkosten, Kosten für Auftragsforschung (bis zu bestimmten Grenzen)
  • Kein Mindestumsatz: Auch Startups und junge Unternehmen ohne Gewinne profitieren

Viele Unternehmen – besonders KMU – nutzen die Forschungsprämie nicht, obwohl ihre Tätigkeiten förderfähig wären. Bereits die systematische Entwicklung neuer Geschäftsmodell-Muster, digitale Geschäftsmodelle oder KI-Strategien kann als F&E anerkannt werden.

Förderantrag stellen: 5 Schritte zum Erfolg

  1. Förderlandschaft sondieren: Identifizieren Sie alle relevanten Programme für Ihr Vorhaben. Die FFG-Förderfinder-Datenbank und die aws-Website bieten gute Übersichten
  2. Projekt definieren: Formulieren Sie Ihr Innovationsvorhaben klar – mit Zielen, Meilensteinen, Budget und dem erwarteten Innovationsgrad. Tools wie das Business Model Canvas helfen bei der Strukturierung
  3. Förderfähigkeit prüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihr Vorhaben die Förderkriterien erfüllt – insbesondere den Innovationsgehalt und die wirtschaftliche Verwertung
  4. Antrag vorbereiten: Erstellen Sie den Förderantrag gemäß den Leitfäden. Achten Sie auf eine klare Darstellung der Innovation, des Marktpotenzials und der Umsetzungskompetenz
  5. Einreichen und nachverfolgen: Reichen Sie den Antrag fristgerecht ein und halten Sie alle Unterlagen für die Evaluierung bereit

Praxis-Tipps für erfolgreiche Innovationsförderung

  • Frühzeitig planen: Beginnen Sie die Förderplanung bereits in der Innovationsprozess-Phase „Konzeptentwicklung“ – nicht erst wenn das Geld knapp wird
  • Kombination nutzen: Verschiedene Förderprogramme lassen sich oft kombinieren (z. B. FFG-Basisprogramm + Forschungsprämie + Landesförderung)
  • Beratung in Anspruch nehmen: Professionelle Innovationsberatung und Innovations-Coaching sind oft selbst förderfähig und erhöhen die Erfolgschancen bei der Antragstellung erheblich
  • Dokumentation von Anfang an: Führen Sie ein F&E-Tagebuch und dokumentieren Sie alle Aktivitäten lückenlos – das erleichtert sowohl den Antrag als auch die spätere Abrechnung
  • Netzwerke nutzen: Cluster, Wirtschaftskammern und Innovationszentren bieten kostenlose Erstberatung und Vernetzung mit Fördergebern

Innovationsberatung als Förderungs-Multiplikator

Professionelle Innovationsberatung kann den Return on Förderung erheblich steigern:

  • Förderstrategie: Welche Programme passen optimal zu Ihrem Vorhaben? Welche Kombinationen maximieren die Fördersumme?
  • Antragserstellung: Erfahrene Berater:innen kennen die Evaluierungskriterien und formulieren Anträge so, dass sie die richtigen Signale senden
  • Projektdesign: Manchmal lässt sich ein Vorhaben so strukturieren, dass es besser zu den Förderkriterien passt – ohne den Projektinhalt zu verändern
  • Innovationsmanagement: Die Beratung selbst ist oft Teil des Innovationsmanagements und kann über Programme wie KMU.DIGITAL gefördert werden

Innovationsförderung optimal nutzen

Wir unterstützen Sie bei der Identifikation passender Förderprogramme und der erfolgreichen Antragstellung. Oft ist unsere Beratung selbst förderfähig – fragen Sie uns nach den Möglichkeiten.

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Häufige Fragen zur Innovationsförderung

Welche Innovationsförderungen gibt es in Österreich für KMU?

KMU in Österreich können von einer Vielzahl an Förderungen profitieren: FFG-Basisprogramm und Innovationsscheck für F&E-Projekte, aws-Förderungen für Gründung und Wachstum, KMU.DIGITAL für Digitalisierungsberatung, Landesförderungen je nach Bundesland, die Forschungsprämie (14 % Steuergutschrift auf F&E-Kosten) sowie EU-Programme wie Horizon Europe. Die passende Kombination hängt vom Innovationsvorhaben, der Unternehmensgröße und dem Standort ab.

Muss ich die Förderung zurückzahlen, wenn das Projekt scheitert?

Das hängt von der Förderart ab. Nicht rückzahlbare Zuschüsse (wie der Innovationsscheck) müssen auch bei Projektscheitern nicht zurückgezahlt werden – sofern die Mittel ordnungsgemäß verwendet wurden. Zinsgünstige Darlehen (z. B. im FFG-Basisprogramm) müssen grundsätzlich zurückgezahlt werden, bieten aber oft Erleichterungen bei nachgewiesenem Scheitern. Wichtig ist in jedem Fall die lückenlose Dokumentation und ordnungsgemäße Abrechnung.

Wie hoch ist die typische Förderquote?

Die Förderquoten variieren je nach Programm und Unternehmensgröße. Typische Werte für KMU: FFG-Basisprogramm 40–60 % der Projektkosten (Mix aus Zuschuss und Darlehen), Innovationsscheck 100 % bis 12.500 €, Forschungsprämie 14 % der F&E-Kosten. Durch geschickte Kombination mehrerer Programme können Gesamtförderquoten von 50–70 % der Innovationskosten erreicht werden.

Lohnt sich ein Förderantrag auch für kleine Projekte?

Ja – gerade für den Einstieg in die Innovationsförderung eignen sich niedrigschwellige Programme wie der FFG-Innovationsscheck (bis 12.500 €) oder KMU.DIGITAL. Der Aufwand für den Antrag ist überschaubar, und die Erfahrung mit dem Fördersystem ist wertvoll für spätere, größere Projekte. Die Forschungsprämie lohnt sich bereits ab wenigen tausend Euro F&E-Kosten, da sie automatisch über die Steuererklärung beantragt wird.

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