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Touchpoint

Auf einen Blick

Ein Touchpoint (Kontaktpunkt/Berührungspunkt) ist jeder Moment, in dem ein (potenzieller) Kunde mit Ihrem Unternehmen, Ihrer Marke oder Ihrem Produkt in Berührung kommt – online wie offline. Von der Google-Suche über die Website, das Erstgespräch bis zur Rechnung: Jeder Touchpoint beeinflusst die Customer Experience und das Markenimage. Die Identifikation und Optimierung aller Touchpoints entlang der Customer Journey ist die Grundlage für Customer Success und nachhaltige Kundenbindung.

1. Definition: Was ist ein Touchpoint?

Ein Touchpoint ist jeder Kontaktmoment zwischen einem (potenziellen) Kunden und einem Unternehmen. Touchpoints können direkt (Website, Verkaufsgespräch, E-Mail) oder indirekt (Bewertungen Dritter, Empfehlungen, Social-Media-Erwähnungen) sein.

Jeder einzelne Touchpoint formt die Wahrnehmung Ihrer Marke und beeinflusst die Kaufentscheidung. Im B2B durchläuft ein Kunde typischerweise 8-15 Touchpoints, bevor er eine Entscheidung trifft. Die Summe aller Touchpoint-Erlebnisse ergibt die Customer Experience.

Im Omnichannel-Zeitalter ist die konsistente Gestaltung aller Touchpoints eine Herausforderung: Website, Social Media, E-Mail, persönliche Beratung, Messen – überall muss die gleiche Markenpositionierung und Qualität spürbar sein.

2. Arten von Touchpoints

Digitale Touchpoints

  • Website und SEO: Oft der erste Kontakt – UX und Content-Qualität sind entscheidend.
  • KI-Antworten: Durch LLMO und GEO wird Ihre Marke in ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews sichtbar – ein wachsender Touchpoint.
  • Social Media: LinkedIn-Posts, Personal Branding, Interaktionen und Kommentare.
  • E-Mail: Newsletter, automatisierte Sequenzen, persönliche Korrespondenz.
  • Content: Blogbeiträge, Glossareinträge, Whitepapers, Videos, Podcasts.
  • Online-Bewertungen: Google Reviews, Branchenportale, Kundenreferenzen.

Persönliche Touchpoints

  • Erstgespräch, Beratungstermin, Workshop
  • Messen, Konferenzen, Networking-Events
  • Telefon- und Videocalls, Support-Anfragen

Administrative Touchpoints

  • Angebotserstellung, Vertragsgestaltung
  • Rechnungsstellung, Zahlungsprozess
  • Onboarding-Materialien, Dokumentation

3. Touchpoints in der Customer Journey

Touchpoints verteilen sich über die gesamte Customer Journey:

Pre-Purchase (vor dem Kauf)

Google-Suche → Glossar-Eintrag → Whitepaper-Download → LinkedIn-Profil → Webinar → Erstgespräch. In dieser Phase geht es um Aufmerksamkeit, Vertrauensaufbau und Lead-Generierung. Der Sales Funnel strukturiert diese Touchpoints.

Purchase (während des Kaufs)

Angebotspräsentation → Verhandlung → Vertragsentwurf → Unterschrift. Hier zählen Professionalität, Schnelligkeit und klare Value Proposition.

Post-Purchase (nach dem Kauf)

Onboarding → Projektdurchführung → Business Reviews → NPS-UmfrageUpselling-Gespräch → Empfehlung. Customer Success steuert die Post-Purchase-Touchpoints und beeinflusst die Retention direkt.

4. Touchpoints optimieren

  • Konsistenz: Jeder Touchpoint muss die gleiche Markenqualität liefern. Eine perfekte Website nützt nichts, wenn das Angebot per Word-Dokument kommt.
  • Relevanz: Jeder Touchpoint muss Mehrwert bieten – nicht nur für das Unternehmen, sondern für den Kunden. Vermeiden Sie leere Follow-up-Mails und generische Newsletter.
  • Nahtlosigkeit: Der Übergang zwischen Touchpoints muss reibungslos sein. Wenn ein Kunde von der Website zum Erstgespräch wechselt, sollte der Berater die Vorgeschichte kennen.
  • Emotion: Positive emotionale Momente – ein überraschendes Onboarding-Geschenk, ein persönliches Dankschreiben – bleiben im Gedächtnis und differenzieren.
  • Messung: Messen Sie die Qualität jedes Touchpoints über KPIs (NPS nach spezifischen Interaktionen, Conversion Rate pro Touchpoint).

5. Praxisbezug: Touchpoints im Mittelstand

Im Mittelstand gibt es oft eine Diskrepanz: Die persönlichen Touchpoints (Beratung, Workshop) sind exzellent, aber die digitalen Touchpoints (Website, E-Mail, Social Media) hinken hinterher.

Typische Touchpoint-Map einer Innovationsberatung:

  1. Entscheider googelt „Geschäftsmodell-Innovation“ → findet Glossar-Eintrag (SEO-Touchpoint)
  2. Liest weitere Glossar-Einträge → baut Vertrauen auf (Content-Touchpoint)
  3. Sieht LinkedIn-Post des Gründers → folgt dem Profil (Social-Touchpoint)
  4. Lädt Whitepaper herunter → wird zum Lead (Conversion-Touchpoint)
  5. Erhält E-Mail-Sequenz mit Praxisbeispielen (Automation-Touchpoint)
  6. Bucht Erstgespräch → persönliche Beratung (Sales-Touchpoint)
  7. Erhält maßgeschneidertes Angebot (Proposal-Touchpoint)
  8. Workshop-Durchführung → Wow-Erlebnis (Delivery-Touchpoint)
  9. Follow-up mit Ergebnisdokumentation (Success-Touchpoint)
  10. Empfehlung an Geschäftspartner (Advocacy-Touchpoint)

6. Schritt-für-Schritt: Touchpoint-Mapping

  1. Alle Touchpoints auflisten: Brainstormen Sie mit Ihrem Team: Wo kommt ein Kunde mit uns in Berührung? Digital, persönlich, administrativ.
  2. Customer Journey zuordnen: Ordnen Sie jeden Touchpoint der Phase zu: Pre-Purchase, Purchase, Post-Purchase.
  3. Kundenperspektive einnehmen: Bewerten Sie jeden Touchpoint aus Kundensicht: Welche Erwartung hat der Kunde? Wird sie erfüllt oder übertroffen?
  4. Schwachstellen identifizieren: Wo gibt es Brüche, Inkonsistenzen oder enttäuschende Erlebnisse?
  5. Priorisieren und optimieren: Beginnen Sie mit den Touchpoints, die den größten Einfluss auf Conversion und Retention haben.
  6. Regelmäßig reviewen: Touchpoints verändern sich – neue Kanäle kommen hinzu (LLMO), andere verlieren an Bedeutung.

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Wir helfen Ihnen, Ihre Customer Journey zu mappen, kritische Touchpoints zu identifizieren und ein konsistentes Kundenerlebnis über alle Kanäle zu schaffen.

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7. Häufig gestellte Fragen

Wie viele Touchpoints hat ein typischer B2B-Kunde?

Im B2B durchläuft ein Kunde typischerweise 8-15 Touchpoints, bevor er eine Kaufentscheidung trifft. Bei komplexen Angeboten können es auch 20+ sein. Die Anzahl steigt weiter, da digitale Kanäle wie KI-Chatbots, Social Media und Content-Plattformen neue Touchpoints schaffen.

Welcher Touchpoint ist der wichtigste?

Es gibt keinen einzelnen wichtigsten Touchpoint – die Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied. Besonders kritisch sind jedoch: der erste Touchpoint (erster Eindruck), der Conversion-Touchpoint (wo aus dem Interessenten ein Lead/Kunde wird) und die Post-Purchase-Touchpoints (die über Retention und Empfehlungen entscheiden).

Wie erstelle ich eine Touchpoint-Map?

Starten Sie mit einem Whiteboard oder Tool: Zeichnen Sie die Customer Journey als Zeitstrahl mit den Phasen Awareness, Consideration, Decision, Retention. Platzieren Sie jeden Touchpoint auf dem Zeitstrahl und bewerten Sie ihn: Welche Emotion löst er aus? Erfüllt er die Kundenerwartung? Wo gibt es Brüche? Ergänzen Sie die Map regelmäßig.

8. Verwandte Begriffe